Der deutsche Fernsehsender RTL hat ein Experiment gestartet, das Fragen zum Umgang mit KI-generierten Inhalten aufwirft. Das Unternehmen hat fünf alte Episoden seiner Serie "Strafgericht" mithilfe von Künstlicher Intelligenz überarbeitet. Nicht nur die visuellen Effekte wurden modernisiert, sondern die Geschichten selbst wurden KI-gestützt umstrukturiert und neu erzählt.

Das zentrale Problem ist die fehlende Transparenz. Im linearen Fernsehen, also der klassischen Ausstrahlung auf den RTL-Kanälen, fehlt ein klarer Hinweis auf die Nutzung von KI. Zuschauer können nicht auf den ersten Blick erkennen, dass sie KI-generierte oder KI-modifizierte Inhalte sehen. Das verstösst gegen aufkommende Regulierungsstandards und Erwartungen an Transparenz in den Medien.

Dies ist relevant im Kontext der europäischen AI Act und ähnlicher Gesetze, die zunehmend vorsehen, dass KI-Einsatz offengelegt werden muss. Besonders für Medieninhalte gibt es Diskussionen, ob und wie eindeutig KI-Beteiligung markiert sein sollte.

RTL hat das Experiment auf verschiedenen Plattformen durchgeführt. Während auf digitalen Kanälen oder Streaming-Diensten möglicherweise Hinweise vorhanden sind, fehlte diese Information im Fernsehen. Das wirft Fragen auf: Sind Rundfunk-Zuschauer weniger informiert als Online-Nutzer? Oder gibt es Unterschiede in den Kennzeichnungsanforderungen zwischen Medientypen?

Für Unternehmen, die mit KI arbeiten, ist das ein Fall, der zeigt, dass Transparenz nicht optional ist. Wer KI-generierte oder KI-modifizierte Inhalte ausstrahlt oder verbreitet, sollte dies klar kennzeichnen. Das schützt nicht nur Nutzer, sondern reduziert auch rechtliche Risiken, wenn regulatorische Anforderungen später schärfer werden.