Ein klassischer Fall von industriellem Wandel: Das Stammwerk der Spielzeugmarke Playmobil in Deutschland hat seine Produktion ins Ausland verlagert. Das Gebäude selbst soll nun einer völlig neuen Bestimmung zugeführt werden: als modernes Hochleistungsrechenzentrum.
Solche Umnutzungen sind nicht ungewöhnlich, aber sie illustrieren Veränderungen in der europäischen Wirtschaft. Während Spielzeugherstellung immer stärker in Länder mit niedrigeren Arbeitskosten ausweicht, wächst die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität rasant. Besonders durch Cloud-Computing, KI-Systeme und den generellen Digitalisierungstrend braucht die Wirtschaft mehr Rechenkraft.
Industrie-Liegenschaften wie das Playmobil-Werk haben oft gute Voraussetzungen für Rechenzentren: Stabile Gebäudestruktur, gute Stromversorgung, vielfach auch Nähe zu grösseren Städten und Netzknotenpunkten. Ein Umbau ist daher wirtschaftlich oft attraktiv und nachhaltiger als Abriss.
Für die Region ist das ein Mixed Signal. Einerseits gehen spezialisierte, handwerkliche Arbeitsplätze verloren. Andererseits entstehen neue Arbeitsplätze in der Betreibung und Wartung des Rechenzentrums, auch wenn diese anders qualifiziert sind.
Für Unternehmen, besonders im deutschsprachigen Raum, könnte dies relevant werden. Der Ausbau der Rechenzentrumsfläche trägt dazu bei, dass Europa weniger abhängig wird von Rechenzentren in Übersee. Lokale Rechenzentren können Latenzvorteile und Datenschutz-Compliance-Vorteile bieten, besonders unter europäischen Datenschutzgesetzen wie der DSGVO.
Diese Entwicklung zeigt, wie Digitalisierung und IT-Infrastruktur die Wirtschaftslandschaft neu gestalten.
