Die Energiewende erfordert intelligente Systeme, die verschiedene Komponenten miteinander verbinden. Wallboxen für E-Autos, Stromspeicher und Wärmepumpen arbeiten jedoch oft nach proprietären Standards, die sie voneinander isolieren. Das Open-Source-Projekt evcc zielt darauf ab, diese Silos aufzubrechen und eine integrierte Energieverwaltung zu ermöglichen.

evcc ist ein Softwareprojekt, das als Vermittler zwischen verschiedenen Energiegeräten fungiert. Das System kann mit einer Vielzahl von Wallboxen, Speichern und Wärmepumpen kommunizieren und koordiniert deren Betrieb. Dies ermöglicht beispielsweise, dass eine Wallbox den Lade-Zeitpunkt basierend auf verfügbarem Solarstrom optimiert, oder dass ein Stromspeicher intelligent lädt oder entlädt, um Energiekosten zu sparen.

Besonders interessant ist die Unterstützung durch etablierte Hersteller. Škoda hat beispielsweise eine offizielle API für evcc entwickelt, was zeigt, dass auch traditionelle Automobilkonzerne die Vorteile von Offenheit erkennen. Dies stärkt evcc als De-facto-Standard und ermöglicht weitere Hersteller, mitzumachen, ohne dass ein zentrumsgetriebenes Geschäftsmodell entstehen muss.

Für Schweizer Unternehmen und Privatpersonen, die in Erneuerbare Energien und Speicherlösungen investieren, ist evcc interessant. Besonders für KMU, die mehrere Geräte verschiedener Hersteller betreiben, kann die Integration durch evcc Effizienzgewinne bringen. Die Open-Source-Natur bedeutet auch, dass keine Lizenzgebühren anfallen und dass die Community kontinuierlich an Verbesserungen arbeitet. Allerdings erfordert die Einrichtung technisches Know-how. IT-Service-Provider können hier einen Mehrwert schaffen, indem sie evcc-Lösungen für ihre Kunden konfigurieren und betreuen.