Der Iran hat der Welt unmissverständlich gedroht: Teheran könnte gezielt Unterseekabel in der Strasse von Hormus zerstören. Diese Drohung ist nicht bloss politische Rhetorik, sondern adressiert eine kritische Verwundbarkeit unserer globalisierten digitalen Welt. Die Meerenge von Hormus ist einer der strategisch wichtigsten Choke Points für Seekabel weltweit.

Über die Strasse von Hormus führen Dutzende von Glasfaserkabeln, die den globalen Datenverkehr zwischen Afrika, dem Nahen Osten, Asien und Europa transportieren. Ein erheblicher Anteil des internationalen Datenverkehrs fliesst durch diese Region. Wenn der Iran diese Kabel tatsächlich beschädigen würde, hätte dies katastrophale Folgen: Internet in weiten Teilen der Welt würde ausfallen oder erheblich beeinträchtigt, Finanzströme würden unterbrochen, und digitale Kommunikation wäre lahmgelegt.

Die Drohung ist geopolitisch kontextgebunden: Sie richtet sich gegen die USA und ihre Verbündeten in der Region, aber die Auswirkungen würden nicht lokal begrenzt sein. Ein solcher Angriff auf kritische Infrastruktur würde eine Eskalation darstellen, die bislang vermieden worden ist. Cyber- und Informationskrieg haben sich ausgeweitet, aber physische Anschläge auf globale Infrastruktur waren bislang ein Tabu.

Für global tätige KMU-Unternehmen und auch für die Schweizer Wirtschaft insgesamt ist dies ein Weckruf. Kritische Geschäftsprozesse sollten nicht ausschliesslich auf Internetverbindungen mit potenziellen Schwachstellen basieren. Diversifikation von Konnektivität, regionale Ausfallsicherheit, und lokale Datenspeicherung werden zunehmend zu Überlebensfaktoren. Unternehmen sollten Szenarioplänungen vornehmen für längere Internet-Ausfallphasen und geschäftliche Kontinuität auch ohne Cloud-Konnektivität sicherstellen. Dies ist nicht Paranoia, sondern pragmatische Geschäftstätigkeit angesichts zunehmender geopolitischer Instabilität.