Die Onlinebank Revolut meldete am Morgen mehrere Ausfälle ihrer Dienste. Die Ursache war schnell identifiziert: Ein Stromausfall in einer Google-Cloud-Infrastruktur hatte zur Folge, dass Services, die auf Google Cloud aufbauen, nicht mehr erreichbar waren.
Revolut betreibt seine Infrastruktur auf Google Cloud und nutzt die Plattform für zentrale Funktionen wie Kontozugriff, Zahlungen und Kundenservice. Als Google Cloud einen Stromausfall erlebte, fielen diese Services aus. Revolut-Nutzer konnten zeitweise nicht auf ihre Konten zugreifen und keine Transaktionen durchführen.
Ein solcher Vorfall illustriert ein Kernrisiko der Cloud-Migration: Die Abhängigkeit von einem einzelnen Provider und dessen Infrastruktur. Google betreibt zwar redundante Systeme und Datenzentren, die jedoch nicht vollständig autonom voneinander operieren. Ein ernsthafter Ausfall an einem Standort oder in einer Region kann sich daher auf alle Kunden auswirken, die ihre Workloads dort gehostet haben.
Revolut ist nicht das einzige Unternehmen, das von diesem Ausfall betroffen war. Andere Services, die auf Google Cloud bauen, dürften ebenfalls Probleme gehabt haben. Google Cloud ist einer der grösseren Cloud-Provider, neben Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure. Ein Ausfall hat daher Auswirkungen auf Tausende von Organisationen weltweit.
Für Unternehmen, die Cloud-Services nutzen, sind solche Vorfälle ein Weckruf. Redundanzplanung ist essentiell: Kritische Services sollten über mehrere Verfügbarkeitszonen oder sogar mehrere Cloud-Provider verteilt sein. Auch Kommunikationsplanung ist wichtig, betroffene Kunden sollten zeitnah über den Ausfall und den Stand der Wiederherstellung informiert werden.
Besonders für Finanzdienstleister, die auf konstante Verfügbarkeit angewiesen sind, ist die Wahl der Cloud-Infrastruktur kritisch. Ein Ausfallszenario muss für akzeptabel sein, und die Wiederherstellungszeit muss in Service-Level-Agreements realistisch und vertraglich verankert sein.
