China hat einen regulatorischen Kurs eingeschlagen, der den Einsatz von künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz stärker steuert. Das Land führt Risikoprüfungs-Pflichten ein: Bevor Unternehmen KI-Systeme zur Automatisierung von Tätigkeiten einsetzen, müssen sie diese prüfen und die Auswirkungen auf ihre Mitarbeiter bewerten. Dies ist ein neuer Ansatz in der globalen KI-Regulierung.
Das Ziel ist offensichtlich: China möchte die sozialen Folgen der KI-Automatisierung begrenzen. Während in vielen westlichen Debatten die Schaffung neuer Jobs durch KI optimistisch prognostiziert wird, erkundet China einen anderen Weg: die Verpflichtung von Arbeitgebern, Verantwortung für die Betroffenen zu tragen.
Die chinesische Strategie beinhaltet mehrere Komponenten. Erstens die Risikoprüfung: Unternehmen müssen analysieren, welche Positionen durch KI gefährdet sind und wie diese Übergänge gestaltet werden können. Zweitens ein Fokus auf Umschulung und Weiterbildung: Arbeitnehmer, deren Jobs durch Automatisierung wegfallen, sollen Gelegenheit erhalten, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Drittens ein Schutzrahmen, der grundlegende Sicherheitsnetze für betroffene Arbeitskräfte vorsieht.
Dies ist ein Ansatz, der auch in Europa unter dem Label "Gerechter Übergang" diskutiert wird, allerdings ohne bislang zu einer derart strukturierten Regulierung geführt zu haben. Die Schweiz oder die EU könnten ähnliche Anforderungen erwägen, wenn die KI-Automatisierung breiter Fuss fasst.
Für KMU-Dienstleister bedeutet dies vor allem eines: KI-Implementierungen werden künftig nicht nur eine technische Frage sein. In streng regulierten Märkten müssen Arbeitgeber künftig nachweisen, dass sie die sozialen Auswirkungen ihrer KI-Projekte durchdacht haben. Wer Kunden bei der Einführung von Automatisierungslösungen berät, sollte daher bereits jetzt ein Verständnis für diese potenziellen Anforderungen entwickeln und seine Beratung entsprechend erweitern.
