Eine neue Analyse zeigt ein beunruhigendes Bild: Weltweit sinken die Internetfreiheiten in einem bislang nicht gekannten Ausmass. Der Freedom-on-the-Net-Bericht 2026 dokumentiert, wie autokratische Regime ihre Kontrolle über das Netz verstärken, während gleichzeitig neue technische Möglichkeiten der Überwachung und Kontrolle entstehen.
Ein Kerntrend ist die digitale Isolation: Autoritäre Staaten trennen ihre Internets zunehmend vom globalen Netz ab oder implementieren Systeme, die einen kontrollierten, gefilterten Zugang ermöglichen. Dies ermöglicht es Regierungen, die Informationsflüsse stärker zu regulieren und unerwünschte Inhalte zu blockieren. Gleichzeitig lassen sich so Bürger leichter überwachen.
Ein zweiter Trend ist die Einführung von Altersgrenzen und Alterskontrollmechanismen. Viele Länder führen Systeme ein, die den Zugang zu Internetinhalten basierend auf Alter beschränken. Während dies unter dem Vorwand des Jugendschutzes präsentiert wird, schafft es auch Infrastruktur für umfassendere Überwachung und Kontrolle.
Der dritte Punkt betrifft künstliche Intelligenz: KI-Systeme werden zunehmend zur Massenüberwachung von Internetnutzern und zur automatisierten Zensur eingesetzt. Dies ermöglicht es Regierungen, Inhalte in grossem Massstab zu filtern und Dissidenten zu identifizieren, bei deutlich geringeren Kosten als manuelle Kontrolle.
Für Schweizer Unternehmen mit internationalen Aktivitäten ist dies ein wichtiges Signal. Wer in Märkten mit restriktiven Internetregimen tätig ist, muss sich auf neue Compliance-Anforderungen einstellen. Datenschutz und Privatsphäre werden je nach Region sehr unterschiedlich definiert. Auch die zunehmende Isolation nationaler Internets kann logistische Herausforderungen für IT-Services schaffen, die auf globale Konnektivität angewiesen sind. Unternehmen sollten ihre Strategien für Datenhaltung und Netzwerk-Infrastruktur entsprechend überprüfen.
