Eine alarmante Sicherheitstrend zeichnet sich weltweit ab: Gut organisierte Kriminelle führen systematisch Überfälle auf Lastkraftwagen durch, die kritische Infrastruktur-Komponenten für Rechenzentren transportieren. Die Serie dieser zielgerichteten Diebstähle hat bereits zu Verlusten in der Grössenordnung von über 100 Millionen US-Dollar geführt.

Diese Bandenzüge beschaffen sich besonders Server-Equipment, Hochleistungs-Netzwerkkomponenten und Glasfaserkabel, genau die Technologie, die zum Aufbau und Betrieb moderner Rechenzentren essentiell ist. Die Täter haben sich dabei auf verblüffend professionelle Weise organisiert: Sie scheinen gezielt nach bestimmten Lieferungen zu fahnden, wissen, wann und wo Transporte unterwegs sind, und können schnell und effizient zuschlügen.

Die Branche hat dabei ein mehrschichtiges Problem. Erstens sind die materiellen Verluste für Rechenzentrum-Betreiber und Hersteller enorm. Zweitens führt das zu Verzögerungen beim Ausbau von Infrastruktur, besonders auch bei KI-Datacenter-Projekten, die ohnehin schon unter Lieferengpässen leiden. Drittens trägt dies zu einer insgesamt unsichereren Logistik-Umgebung bei.

Für IT-Dienstleister mit eigenem Rechenzentrum oder Logistik-Verantwortung ist dies eine Warnung: Die physische Sicherheit von Hardware-Transporten braucht erhöhte Aufmerksamkeit. Die betroffenen Unternehmen haben begonnen, ihre Transportrouten besser zu diversifizieren, Lieferketten zu verschleiern und Sicherheitsmassnahmen zu verstärken. Gleichzeitig arbeiten Behörden international daran, diese Banden zu zerschlagen. Unternehmen sollten ihre Versicherungen überprüfen und mit Logistik-Partnern konkrete Sicherheitsvereinbarungen treffen. Transparente und vorhersehbare Transportmuster sollten vermieden werden.