Die Verwaltung der Software-Lieferkette ist ein zunehmendes Sicherheitsproblem für Unternehmen weltweit. Red Hat hat eine umfangreiche Umfrage unter über 1.400 Chief Information Officers in 14 Ländern durchgeführt, um besser zu verstehen, wie Unternehmen KI einsetzen und welche Risiken damit verbunden sind. Die Ergebnisse deuten auf signifikante Sicherheitslücken hin.

Die Lieferkette von Software ist besonders anfällig. Wenn Entwickler externe Bibliotheken, Frameworks oder Tools nutzen, bringen sie möglicherweise auch Sicherheitsschwachstellen in das eigene Produkt ein. Dies ist besonders problematisch, wenn diese Abhängigkeiten nicht regelmässig überprüft und aktualisiert werden. Mit dem Aufkommen von KI-gestützten Entwicklungstools verschärft sich das Problem zusätzlich, da diese Tools möglicherweise Sicherheitsaspekte weniger beachten als menschliche Entwickler.

Die Umfrage zeigt auch, dass viele Unternehmen sich nicht ausreichend mit dem Thema KI-Risikomanagement auseinandersetzen. Zwar wird KI zunehmend in Geschäftsprozessen eingesetzt, doch viele Organisationen haben kein strukturiertes Vorgehen, um die spezifischen Risiken autonomer Systeme zu bewerten und zu mitigieren. Dies ist besorgniserregend, denn KI-Systeme können fehlerhaftes oder sogar böswilliges Verhalten zeigen, das schwer zu erkennen ist.

Für Schweizer KMU ist dies eine wichtige Lektion. Softwarequalität und Sicherheit müssen systematisch in alle Entwicklungsprozesse integriert werden. Dies betrifft nicht nur die interne Entwicklung, sondern auch die Auswahl und Verwaltung externer Komponenten. Es empfiehlt sich, ein Software-Bill-of-Materials (SBOM) zu führen, regelmässig Sicherheits-Audits durchzuführen und die Entwickler-Teams in modernen Security-Praktiken zu schulen. Wenn KI-Tools eingesetzt werden, sollten diese kritisch bewertet und mit Freigabeprozessen kombiniert werden, die menschliche Überprüfung beinhalten.