Microsoft hat angekündigt, dass das Unternehmen zukünftig KI-Inferenz (das Ausführen von bereits trainierten KI-Modellen) auf der dritten Generation seiner hauseigenen Maia-Beschleuniger durchführen wird. Das Besondere: Microsoft plant, diese Beschleuniger in extrem grossem Umfang einzusetzen, die Rede ist von «Multi-Gigawatt»-Dimensionen, was bedeutet, dass die aggregierte Rechenleistung im Gigawatt-Bereich liegen wird.

Dies ist ein strategischer Schritt, der mehrere Implikationen hat. Erstens verringert Microsoft damit die Abhängigkeit von externen Chip-Herstellern wie NVIDIA, die bisher den Markt für KI-Hardware dominiert haben. Zweitens ermöglicht es Microsoft, die Kosten für KI-Services zu optimieren, da der Betrieb auf eigener Hardware effizienter sein kann. Drittens positioniert sich Microsoft als vertikales KI-Unternehmen, das nicht nur Software und Services, sondern auch die zugrunde liegende Hardware kontrolliert.

Für Schweizer IT-Dienstleister und ihre Kunden ist dies ein Signal für die langfristige Strategie der grossen Cloud-Provider. Es deutet darauf hin, dass der Wettbewerb um KI-Infrastruktur intensiver wird und dass Unternehmen, die KI-Services anbieten, vermehrt auf spezialisierte Hardware setzen werden. Dies kann sich sowohl positiv (bessere Performance, niedrigere Preise) als auch negativ (weniger Flexibilität, stärkere Abhängigkeit von spezifischen Anbietern) auf Kunden auswirken. KMU sollten bei der Wahl ihrer Cloud- und KI-Provider darauf achten, wie diese ihre Infrastruktur aufbauen und ob es ausstiegsfähige Optionen gibt.