Digitale Stromzähler sind ein wichtiger Baustein der Energiewende und der Digitalisierung von Versorgungsinfrastruktur. Sie ermöglichen eine präzisere Messung des Stromverbrauchs, ermöglichen Echtzeit-Datenerfassung und unterstützen ein intelligenteres Stromnetz. In Deutschland gibt es gesetzliche Vorgaben, dass diese Smart Meter bis zu bestimmten Terminen ausgerollt sein sollen.

Die Realität hinkt jedoch hinterher: Nur 5,9 Prozent aller Messstellen in Deutschland sind bislang digitalisiert worden. Das ist deutlich weniger als nötig und weniger als erwartet. Der Rollout sollte schneller gehen. Die Gründe sind vielfältig: Lieferkettenprobleme bei der Beschaffung von Geräten, fehlende Installationskapazitäten, technische Herausforderungen bei der Integration in bestehende Infrastrukturen und auch administrative Verzögerungen.

Die Bundesnetzagentur, Deutschlands Netzregulator, antwortet mit Druck: Sie leitet nun Aufsichtsverfahren gegen Betreiber ein, die ihre Ausbauziele verfehlen. Damit sollen säumige Energieversorger und Messstellenbetreiber gezwungen werden, Tempo zu machen. Dies könnte zu Bussgeldern führen, wenn Unternehmen nicht nachweisen können, dass sie angemessene Anstrengungen unternehmen.

Für IT-Dienstleister in der Schweiz und für KMU, die mit Energieversorgern arbeiten, hat dies indirekte Relevanz. Smart-Grid-Systeme erfordern solide Cybersecurity-Massnahmen, da sie kritische Infrastruktur sind. Unternehmen, die Lösungen für Energieversorger anbieten, sollten sicherstellen, dass ihre Systeme auch unter regulatorischem Druck skalierbar bleiben. Gleichzeitig zeigt der deutsche Fall, dass auch in der Schweiz eine Beschleunigung des Smart-Meter-Rollouts zu erwarten ist, was neue Anforderungen an IT-Sicherheit und Systemintegration schafft.