Ein grossflächiger Ausfall der Google Cloud-Infrastruktur hat am Morgen des 20. Oktober zu erheblichen Störungen bei mehreren prominenten Online-Diensten geführt. Die Onlinebank Revolut meldete Ausfälle ihrer Plattform, was tausende Kunden davon abhielt, auf ihre Konten zuzugreifen oder Transaktionen durchzuführen. Auch der internationale Logistikdienstleister DPD war offenbar betroffen, was zu Verzögerungen bei der Paketbearbeitung führte.
Der Ausfall verdeutlicht ein zentrales Risiko der modernen Cloud-Infrastruktur: Viele Unternehmen, insbesondere im Finanz- und E-Commerce-Sektor, lagern ihre kritischen Systeme bei wenigen grossen Cloud-Anbietern aus. Wenn einer dieser Anbieter Probleme hat, wirkt sich das unmittelbar auf tausende oder sogar Millionen von Endnutzern aus. Ein einziger Fehler, eine Überbelastung oder ein technisches Problem kann ein ganzes Ökosystem lahmlegen.
Google war bei der Behebung des Problems relativ schnell, doch nicht schnell genug, um alle betroffenen Dienste zu verschonen. Der Ausfall dauerte mehrere Stunden, was für Finanzdienstleistungen, die auf ununterbrochene Verfügbarkeit angewiesen sind, nicht akzeptabel ist. Während des Ausfalls konnten Revolut-Kunden nicht einmal ihre Kontostände prüfen oder einfache Überweisungen durchführen.
Für Schweizer KMU-Betriebe ist dieser Vorfall eine wichtige Lektion in Sachen Redundanz und Ausfallsicherung. Wenn Sie kritische Geschäftsprozesse in die Cloud auslagern, sollten Sie mehrere Punkte beachten: Erstens sollten Sie mit Ihrem Cloud-Provider klären, welche Service Level Agreements (SLAs) gelten und wie Ausfallzeiten kompensiert werden. Zweitens sollten Sie erwägen, kritische Systeme über mehrere Cloud-Anbieter zu verteilen, um nicht von einem allein abhängig zu sein. Drittens sollten Sie lokale Backup- und Ausfallpläne haben, damit Ihr Betrieb auch bei längeren Cloud-Ausfällen weiterlaufen kann.
