Der geplante Fehmarnbelt-Tunnel ist ein Grossprojekt, das Dänemark und Deutschland verbinden soll. Die Gesellschaft, die diesen Tunnel entwickelt und baut, wurde jüngst Opfer eines Cyberangriffs. Dies zeigt, dass auch Infrastruktur-Grossprojekte nicht vor digitalen Bedrohungen sicher sind.
Bei einem Cyberangriff auf ein Infrastruktur-Projekt sind mehrere Dinge gefährdet. Erstens sind Baupläne, Kostenkalkulationen und Projektmanagement-Daten wertvoll, ein Angreifer könnte diese stehlen und verkaufen oder als Erpressungsmittel nutzen. Zweitens könnten Sicherheitssysteme des Bauprojekts gefährdet sein. Drittens könnte eine erfolgreiche Kompromittierung zu Projektumstellungen, Verzögerungen und erheblichen Zusatzkosten führen.
Jetzt haben sich die angeblichen Täter zu Wort gemeldet. Sie nennen sich eine "Cybergang" (eine Gruppe von Cyber-Kriminellen) und fordern Lösegeld. Dies deutet darauf hin, dass es sich um Ransomware handelt, also Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und die Organisation zur Zahlung eines Lösegelds erpress, um einen Decryptionss-Schlüssel zu erhalten.
Das Fehmarnbelt-Projekt ist ein europäisches Infrastruktur-Flaggschiff-Projekt mit hohen Kosten (mehrere Milliarden Euro) und grosser öffentlicher Aufmerksamkeit. Ein erfolgreicher Cyberangriff darauf wird medial wahrgenommen und könnte Fragen zu Cybersicherheit im Infrastruktur-Management aufwerfen.
Für Unternehmen und Organisationen jeder Grösse ist dies eine Warnung: Infrastruktur, Konstruktion und Projektmanagement sind zunehmend digital und daher anfällig für Cyberangriffe. Empfohlene Schutzmassnahmen sind: Segmentierung der IT (weg von flacher Netzwerk-Topologie), Multi-Factor-Authentication, regelmässige Backups, und ein Incident-Response-Plan. Auch sollte es klare Richtlinien geben, ob das Unternehmen unter Umständen Lösegeld zahlt oder nicht, dies sollte nicht ad-hoc entschieden werden, wenn ein Angriff passiert.
