Videokonferenzen sind seit der COVID-19-Pandemie ein fundamentaler Bestandteil der Arbeitskultur vieler Unternehmen. Allerdings gibt es Grenzen: Die Kommunikation ist häufig zweidimensional, der persönliche Eindruck der Gesprächspartner ist flach, und die räumliche Präsenz lässt sich schwer vermitteln. Dies kann besonders in Konferenzen, Verhandlungen oder kreativen Prozessen zu Nachteilen führen.
Google hat zusammen mit HP an einer erweiterten Videokonferenz-Lösung gearbeitet, die diesen Problemen begegnen soll. Unter dem Namen "Google Beam" wird eine Technologie angeboten, die mithilfe fortschrittlicher Videotechnik und räumlichen Darstellungen Gesprächspartner quasi "zum Greifen nah" in den gleichen Raum projiziert. Dies geschieht nicht durch Virtual Reality oder Augmented Reality, sondern durch spezielle Hardware, die räumlich beeindruckende 3D-Videokonferenzen ermöglicht.
Das System wurde praktisch getestet und hinterlässt tatsächlich einen bemerkenswerten Eindruck: Personen wirken tatsächlich räumlich präsent und nicht nur als Videobox auf dem Bildschirm. Für Konferenzen mit hochrangigen Entscheidern oder Verhandlungssituationen kann dies einen erheblichen psychologischen und praktischen Unterschied machen. Der Nachteil ist allerdings die Preisstruktur: Die Lösung kostet etwa 35.000 Euro, was sie für den durchschnittlichen KMU-Etat unerschwinglich macht.
Für grössere Unternehmen, die globale Teams koordinieren oder bedeutsame Video-Konferenzen führen, könnte die Investition aber gerechtfertigt sein. Besonders bei Kundenpräsentationen, Verhandlungen oder Board-Meetings könnten die technischen Vorteile messbare Geschäftsergebnisse liefern. Allerdings ist derzeit unklar, ob sich die Technologie breitflächig durchsetzt oder ein Nischenprodkt für sehr spezialisierten Konferenz-Einsatz bleibt.
