Die Universität Leipzig, eine der ältesten und grössten Universitäten Deutschlands, ist Opfer eines erfolgreichen Cyberangriffs geworden. Als Reaktion auf die Gefährdung hat die Universität eine drastische Massnahme ergriffen: Die gesamte IT-Infrastruktur wurde abgeschaltet. Alle Online-Dienste sind seither nicht erreichbar, E-Mail, Lernplattformen, Verwaltungssysteme, alles offline.
Ein solcher Komplettausfall zeigt das Dilemma, in dem sich Organisationen bei Cyberangriffen befinden. Einerseits ist es notwendig, schnell zu handeln und die Systeme zu isolieren, um zu verhindern, dass Angreifer tiefer eindringen oder Daten abfliessen. Andererseits wird die normale Betriebstätigkeit völlig stillgelegt. Für eine Universität bedeutet das Unterrichtsausfälle, Prüfungen müssen verschoben werden, Verwaltung funktioniert nicht mehr, und Studierenden können nicht auf ihre Online-Lerninhalte zugreifen.
Über die genaue Natur des Angriffs sind wenige Details bekannt. Es wird vermutet, dass es sich um Ransomware handelt, also Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert. Alternativ könnte es auch ein Phishing- oder Brute-Force-Angriff gewesen sein, über den Angreifer Zugangsdaten erbeutet haben. Fest steht: Der Angreifer hatte genug Zugang, um Schaden anzurichten.
Die Dauer der Wiederherstellung ist unklar. Je nachdem, wie tief der Angreifer eingedrungen ist und wie gut die Backups dokumentiert sind, kann eine vollständige Wiederherstellung Tage bis Wochen dauern. In der Zwischenzeit muss die Universität notdürftig auf analoge Prozesse ausweichen, Telefone, Papierformulare, manuelle Kommunikation.
Dieser Vorfall ist ein Weckruf für alle Organisationen, ob Universitäten, Behörden oder Unternehmen. Die digitale Infrastruktur ist ein kritischer Asset, der geschützt werden muss. Empfohlene Massnahmen sind: regelmässige Backups, Mitarbeiter-Schulung zur Erkennung von Phishing, Netzwerk-Segmentierung, Multi-Factor-Authentication und eine dokumentierte Incident-Response-Plan, damit bei einem Angriff schnell und strukturiert reagiert werden kann.
