Ein bemerkenswerter Fall zeigt die Kehrseite des KI-Booms im Gaming: Ein kleines Indie-Entwicklerteam hat eine kostenlose Demo eines KI-gesteuerten Spiels auf Steam veröffentlicht. Das Spiel war erfolgreich und zog viele Spieler an. Doch der Erfolg wurde zum Problem: Die Cloud-Infrastruktur, auf der die KI-Berechnungen laufen, kostet täglich etwa 1.000 US-Dollar, also etwa 30.000 Dollar pro Monat. Für ein kleines Team ist dies nicht nachhaltig, daher mussten die Entwickler einen Bankkredit aufnehmen, nur um die kostenlose Demo weiterbetreiben zu können.

Dies illustriert eine wichtige wirtschaftliche Realität: KI-Inferenz (das Ausführen von trainierten Modellen) ist teuer. Bei Cloud-Anbietern wie AWS, Google Cloud oder Azure wird die Nutzung von GPU-Ressourcen nach Verbrauch abgerechnet. Wenn ein KI-Modell für jede Spieleraktion Berechnungen durchführen muss, was bei einem spielgesteuerten KI-Charakter der Fall ist, addieren sich die Kosten schnell auf, besonders wenn viele Spieler gleichzeitig spielen.

Für Schweizer Unternehmen, die KI-Technologien in ihre Produkte integrieren möchten, ist dies eine kritische Lektion. Bevor man KI-Features bereitstellt, muss man die Infrastrukturkosten realistisch kalkulieren. Es gibt mehrere Strategien, um damit umzugehen: Begrenzen Sie die Anzahl kostenloser Anfragen pro Benutzer, nutzen Sie lokal laufende Modelle statt Cloud-basierter Modelle, oder bieten Sie KI-Features nur als Premium-Angebot an. KI ist kein kostenloses Feature, die Infrastrukturkosten müssen in der Geschäftskalkulation berücksichtigt werden.