München hat nach einer Phase der Kehrtwende wieder den Weg zu Open-Source-Software gefunden. Dies ist insbesondere bemerkenswert, weil die Stadt vor Jahren das LiMux-Projekt, ein ehrgeiziges Programm zur Umstellung der städtischen IT auf Linux und Open-Source-Software, beendete. Nun gibt es einen Kurswechsel: Die Stadt hat mehrere neue Open-Source-Initiativen gestartet und ein eigenes Open-Source-Projekt-Büro (OSPO) gegründet, das die Strategie koordiniert.
Die Gründe für diese Rückkehr sind vielfältig. Open-Source-Software bietet Kommunen nachweisliche Vorteile: langfristige Kosteneinsparungen, weniger Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern (Vendor Lock-in), transparente und überprüfbare Software, bessere Interoperabilität und die Möglichkeit, Software an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, ohne auf Anbieter angewiesen zu sein. Besonders für Behörden ist Sicherheit und Kontrollierbarkeit kritisch, Aspekte, bei denen Open-Source punktet.
Für Schweizer IT-Dienstleister ist dieser Trend relevant, da er eine grössere Nachfrage nach Open-Source-Expertise bedeutet. Kommunale und kantonale Verwaltungen könnten dem Münchener Beispiel folgen und ebenfalls ihre digitale Unabhängigkeit durch Open-Source ausbauen. Gleichzeitig profitieren KMU-Kunden von dieser Entwicklung: Als Mittelbetriebe können sie von den gleichen Vorteilen profitieren, die München anstrebt. IT-Dienstleister, die kompetent in Open-Source-Lösungen sind, werden an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Für Unternehmen, die noch auf proprietäre Lösungen setzen, lohnt sich eine strategische Überprüfung, ob Open-Source-Alternativen für bestimmte Systeme sinnvoll sind.
