Die Europäische Weltraumbehörde (ESA) hat einen Meilenstein bei der Sicherheit des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo erreicht. Zum ersten Mal unter realen Bedingungen wurde der Signal Authentication Service getestet, ein Schutzmechanismus gegen GNSS-Spoofing-Angriffe.
GNSS steht für Global Navigation Satellite System und umfasst Systeme wie GPS (USA), Galileo (Europa) und GLONASS (Russland). Diese Systeme ermöglichen Positions- und Zeitbestimmung auf der ganzen Welt. Ein Problem: Die Signale sind relativ schwach und können von Angreifern durch stärkere, gefälschte Signale "übertönt" werden, ein Prozess namens Spoofing. Dies können dann falsche Positionsinformationen liefern.
Das ist für kritische Infrastrukturen hochgefährlich. Stromnetze, Finanzenetze und Telekommunikationssysteme verlassen sich auf präzise Zeitsynchronisation, die vom GNSS kommt. Ein Spoofing-Angriff könnte hier katastrophale Folgen haben. Auch in der Navigation von Fahrzeugen oder Drohnen kann manipuliertes GPS zu Unfällen führen.
Der neue Signal Authentication Service soll diesen Angriffsvektor blockieren. Das Prinzip: Die Galileo-Satelliten senden eine zusätzliche authentifizierungsinformation mit ihren Signalen, die beweist, dass das Signal wirklich von Galileo kommt und nicht manipuliert wurde. Empfänger, die diesen Service nutzen, können daher Spoofing-Versuche erkennen.
Der Test unter Realbedingungen ist ein wichtiger Validierungsschritt. Die ESA ermittelte erstmals eine echte Position unter Nutzung dieses neuen Schutzmechanismus, was beweist, dass die Technologie funktioniert und nicht nur in Simulationen vielversprechend ist.
Der Rollout dieses Service wird schrittweise erfolgen. Zunächst müssen mehr Galileo-Satelliten entsprechend ausgerüstet werden, dann müssen Empfänger (Smartphones, Navigationsgeräte, kritische Infrastruktur) die Technologie unterstützen. Ein vollständiger Schutz wird also noch Jahre dauern.
Für KMU, die kritische Infrastrukturen betreiben oder von präziser Navigation abhängen, ist dies eine gute Nachricht: Europa arbeitet an robusteren Sicherheitsmassnahmen für Satellitennavigation. Mittelfristig sollte man überlegen, ob man Empfänger nutzen kann, die diesen Service unterstützen, um eine höhere Resilienz gegen Spoofing-Angriffe zu erreichen.
