Eine neue Technologie betritt das Forschungsfeld: Biochips, die aus lebenden menschlichen Nervenzellen bestehen. Ein australisches Biotechnologie-Start-up hat Prozessoren entwickelt, die biologische Neuronen nutzen, um Berechnungen durchzuführen. Dies unterscheidet sich fundamental von traditioneller Halbleitertechnik und verspricht völlig neue Möglichkeiten.
Erste Universität bekam nun eine grössere Installations-Infrastruktur für ihre Forschung. Dies markiert einen wichtigen Meilenstein: Während die Technologie bisher hauptsächlich im Labor existierte, wird sie nun für echte Forschungsszenarien zur Verfügung gestellt.
Das Konzept funktioniert so: Echte Nervenzellen aus Gehirngewebe werden in speziellen Bioreaktoren gezüchtet. Diese Zellen bilden natürlicherweise neuronale Netze aus. Durch Elektroden können Signale in diese Netze eingeleitet werden, und die Zellen antworten mit eigenen elektrischen Impulsen. Diese Impulse können gemessen und als Computerergebnisse interpretiert werden. Das System führt also auf biologischer Basis Berechnungen durch.
Vorteile dieser Technologie sind erheblich: Biocomputer verbrauchen deutlich weniger Energie als elektronische Computer, können komplexe Muster schneller erkennen und könnten theoretisch für bestimmte Probleme dem klassischen Computing überlegen sein. Zudem versprechen sie völlig neue Perspektiven für das Verständnis von Intelligenz und Gedächtnis.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen. Biologische Systeme sind empfindlich gegenüber ihrer Umgebung. Sie benötigen ständige Pflege, Nährstoffzufuhr und Kontrolle. Sie sind weniger standardisierbar als Silizium-Chips und zeigen natürliche Variabilität.
Für KMU ist diese Technologie noch nicht unmittelbar relevant, doch sie zeigt die Richtung, in die Informatik sich bewegt. Es lohnt sich, über solche Entwicklungen informiert zu bleiben, besonders wenn Sie in Branchen wie Bioinformatik, Medizinforschung oder Datenanalyse tätig sind.
