In Südkorea hat die Polizei ein koordiniertes Ermittlungsverfahren gegen rund 80 Tesla-Fahrer eingeleitet, die versucht haben, Tesla Full Self Driving (FSD) auf Fahrzeugen zu nutzen, für die diese Funktion nicht freigegeben oder lizenziert war. Die Fahrer benutzten externe Geräte oder Softwaretools, um die von Tesla eingebauten Sperrmechanismen zu umgehen.

Tesla hat Full Self Driving bewusst geografisch und fahrzeugweise beschränkt. Die Funktion ist teuer, erfordert spezielle Hardware und ist in den meisten Ländern nur bei ausdrücklicher Freigabe aktiv. Das Unternehmen will damit Haftungs- und Sicherheitsrisiken kontrollieren sowie Umsätze durch Lizenzen generieren. Wer FSD nutzen möchte, muss dafür bezahlen und muss sich an Nutzungsbedingungen halten.

Die südkoreanischen Nutzer versuchten, diese Kontrollmechanismen zu umgehen, um kostenlos in den Genuss der Funktion zu kommen oder sie in Regionen zu nutzen, wo Tesla sie nicht erlaubt. Das ist nicht nur ein Verstoss gegen Teslas Nutzungsbedingungen, sondern könnte auch gegen südkoreanische Verkehrssicherheitsgesetze verstossen, falls die Fahrzeuge in diesem Zustand im öffentlichen Verkehr betrieben wurden.

Aus IT-Perspektive ist dieser Fall relevant, weil er zeigt, dass auch Hardware-Sperren oder Softwarebeschränkungen von Fahrzeugherstellern Ziele von Umgehungsversuchen sind. Dies ist ein bekanntes Muster in der Cybersicherheit und Hersteller müssen ständig ihre Schutzmechanismen verbessern.

Für KMUs, die Flottenfahrzeuge betreiben, ist dies eine Warnung: Manipulationen an Fahrzeugsoftware können zu rechtlichen Problemen, Versicherungsfragen und Sicherheitsrisiken führen. Die Integrität der Hersteller-Software sollte gewahrt bleiben.