Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass künstliche Intelligenz zunehmend im Alltag zur Bewältigung von administrativen Aufgaben herangezogen wird. Etwa 11 Prozent der Bevölkerung haben bereits KI genutzt, um Behördenschreiben zu verstehen, ihre Rechtsansprüche zu prüfen oder Anträge an Ämter zu formulieren. Dies ist ein faszinierender Indikator für die Durchdringung von KI-Tools in der Gesellschaft.

Der Grund liegt auf der Hand: Amtsdeutsch ist kompliziert. Viele Bürger fühlen sich von Bescheiden oder Formularen überfordert und wissen nicht, welche Rechte oder Pflichten sie haben. KI-basierte Dienste können dabei helfen, Texte in verständliche Sprache zu übersetzen und konkrete nächste Schritte aufzuzeigen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Barrierefreiheit von Verwaltung.

Für Unternehmen und IT-Dienstleister eröffnet sich hier ein neuer Markt. Spezialisierte KI-Tools für Behördeninteraktion könnten für Buchhalterinnen, Personalsachbearbeiter und andere Berufsgruppen wertvoll sein, die regelmässig mit Amtsbriefen zu tun haben. Auch für Bürgerinitiativen oder Beratungsstellen könnte KI-Unterstützung sinnvoll sein.

Aus regulatorischer Perspektive zeigt dies auch, dass Behörden ihre Kommunikation vereinfachen sollten. Wenn zehn Prozent der Bevölkerung KI zur Dekodierung braucht, liegt ein Kommunikationsproblem vor. Gleichzeitig müssen Behörden und Bürger sensibilisiert werden, dass KI-generierte Texte fehleranfällig sind und rechtliche Besonderheiten übersehen können. Eine Hybrid-Lösung mit KI-Vorschlag und menschlicher Überprüfung ist ideal.