Digitale Infrastruktur ist im modernen Staat genauso kritisch wie physische Infrastruktur. Länder, die von ausländischen Satelliten-Netzwerken abhängig sind, setzen ihre Unabhängigkeit riskanten externen Kontrollen aus. Die Ukraine arbeitet mit dem Projekt Obria daran, diese Abhängigkeit zu reduzieren.
Der Testsatellit Obria Nano wurde am 1. Oktober 2026 in den Orbit gebracht und kreist nun um die Erde. Das Projekt wird von den Unternehmen Himera und Gomspace durchgeführt. Ziel ist, ein Netzwerk ukrainischer Kommunikationssatelliten aufzubauen, das das Land mit unabhängiger Satellitenverbindung versorgt, besonders wichtig in abgelegenen Regionen oder in Notfällen, wenn terrestrische Infrastruktur ausfällt.
Die Technologie dahinter ist Mesh-Networking im Weltall: Mehrere Satelliten können untereinander kommunizieren und so ein zusammenhängendes Netzwerk bilden. Dies ist deutlich robuster als ein einzelnes System und ermöglicht es, Ausfälle zu verkraften.
Für ein Land wie die Ukraine, das in den letzten Jahren geopolitischen Herausforderungen ausgesetzt war und ist, bedeutet diese Investition strategische Präsenz. Ein eigenes Satelliten-Netzwerk kann für Kommunikation, Notfallmanagement und Datenübertragung vital sein, besonders wenn terrestrische Netze beschädigt werden.
Interessant für KMU-Perspektive: Satellite-Internet-Services werden weltweit und auch in Schweizer ländlichen Gebieten relevanter. Mit Angeboten wie Starlink von SpaceX oder ähnlichen Systemen haben Unternehmen heute Zugang zu satellitengestütztem Internet. Die Verfügbarkeit wird sich weiter verbessern. Für Betriebe an Orten mit schlechter terrestrischer Infrastruktur könnte Satellit-Internet eine Option für Geschäftsfortführung und Notfall-Backup sein.
