Magnetband ist eine alte Speichertechnologie, die man vielleicht für überholt halten könnte. Doch im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und massiven Datenmengen erlebt das Medium eine Wiedergeburt. Fujifilm hat angekündigt, die Produktionskapazität für Magnetbänder erheblich zu erhöhen, ein klares Zeichen der Marktdynamik.
Der Grund liegt in der enormen Nachfrage nach Speichermedien für KI-Trainings und Cloud-Infrastruktur. Trainingsdatensätze für moderne KI-Modelle sind gigantisch, oft umfassend Terabytes bis Petabytes. Solche Mengen sind unwirtschaftlich auf SSDs zu speichern. Magnetbänder bieten hier einen grossen Vorteil: Sie sind billig pro Gigabyte, haben lange Lebensdauer (wenn richtig gelagert) und sind energieeffizient im Ruhemodus.
Rechenzentren auf der ganzen Welt bauen ihre Speicherkapazitäten aus. Sie brauchen nicht nur schnelle Speicher für aktive Daten, sondern auch Archive für historische Daten und Backups. Magnetbänder sind hier ideal. Ein Laufwerk kann Terabytes lagern, und mehrere Laufwerke können eine Petabyte-Kapazität erreichen.
Fujilms Investition zeigt, dass die Nachfrage nicht vorübergehend ist, sondern strukturell. Mit KI werden die Anforderungen an Speicherkapazität weiter steigen. Unternehmen trainieren immer grössere Modelle mit noch grösseren Datensätzen.
Für KMU-Betriebe mit eigenem Rechenzentrumsbetrieb oder Backup-Anforderungen ist dies relevant: Magnetband bleibt für Langzeitspeicherung wirtschaftlich. Wer Daten für Jahre archivieren muss, sollte Magnetband-Lösungen in Betracht ziehen. Die Technologie ist reif und bewährt. Mit der Expansion der Kapazität durch Hersteller wie Fujifilm sollten die Preise stabil bleiben und möglicherweise sinken.
