Cisco hat ein ungewöhnliches Modernisierungs-Programm gestartet: Das Unternehmen hat einen 27-jährigen ehemaligen Gründer eingestellt und gibt ihm praktisch unbegrenzte KI-Token, um die veraltete Legacy-Codebasis des Unternehmens zu überarbeiten. Das ehrgeizige Ziel lautet, bis zum Ende des Jahres 2027 etwa 70 Prozent der Cisco-Produkte zu erneuern.

Legacy-Code ist ein klassisches Problem in etablierten Technologieunternehmen. Cisco, gegründet 1984, hat über Jahrzehnte eine riesige Codebasis aufgebaut, die vielen älteren Programmierparadigmen und Programmiersprachen folgt. Dieser Code ist schwer zu warten, zu skalieren und mit modernen Anforderungen zu vereinbaren. Traditionell erfordert eine Modernisierung riesige Teams und Jahre der Arbeit.

Cisco setzt jetzt auf KI als Beschleunigungstool. Mit modernen KI-Sprachmodellen können Entwickler automatisiert Code analysieren, verstehen und in modernere Versionen überführen. Dies kann tatsächlich Jahre an manueller Arbeit einsparen. Die Strategie zeigt, wie ernsthaft traditionelle Softwareunternehmen die KI-Möglichkeiten zum Modernisieren ihrer Legacy-Infrastruktur erkannt haben.

Für KMU ist dies ein lehrreiches Beispiel. Viele mittelständische Unternehmen haben ähnliche Legacy-Code-Probleme, können sich aber massive externe Modernisierungsprojekte nicht leisten. Die Erkenntnis, dass KI dabei helfen kann, Legacy-Code intelligenter zu modernisieren, ist wertvoll. Unternehmen könnten ähnliche Ansätze erwägen: mit KI-Tools wie GitHub Copilot oder ähnlichen Lösungen die eigene Codebasis systematisch zu analysieren und Modernisierungsszenarien zu entwerfen. Dies könnte bedeutend effizienter sein als traditionelle, manuelle Refactoring-Projekte.