Die deutsche Chipindustrie erhält eine bedeutsame Investition: Vishay, einer der weltweit führenden Hersteller von diskreten Halbleitern, baut seine Produktionsanlage in Itzehoe aus. Im Mittelpunkt der Erweiterung steht der Übergang zu 300-mm-Wafern, also grösseren Siliziumscheiben als bislang üblich. Diese Modernisierung ist ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Chipfertigung zu sichern.

Bislang nutzte die Fabrik kleinere Wafer-Formate. Mit der Umstellung auf 300 mm können pro Schicht deutlich mehr Chips produziert werden. Das senkt die Produktionskosten erheblich und erhöht gleichzeitig die Ausbringungsmenge. Besonders bei Power-Mosfets, die in Stromversorgungen, industriellen Steuerungen und Elektromobilität zum Einsatz kommen, bietet das Potenzial für Effizienzgewinne.

Die Förderung, die Vishay für diese Investition erhalten hat, unterstreicht das politische Interesse an einer starken europäischen Halbleiterproduktion. Nachdem lange Jahre viele Chipfabriken nach Asien verlagert wurden, gibt es seit einigen Jahren wieder Bestrebungen, strategische Chipfertigung in Europa anzusiedeln und zu halten. Deutschland als Industriestandort spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Für Schweizer IT-Dienstleister ist diese Nachricht relevant, weil sie eine stabile Verfügbarkeit von qualitätshoch Computerkomponenten und Stromversorgungsbauteilen signalisiert. Wenn europäische Fabrikation gestärkt wird, reduziert sich die Abhängigkeit von Lieferketten aus entfernten Ländern, was Liefersicherheit und Planbarkeit verbessert. Zudem trägt ein leistungsstarker europäischer Chipmarkt zu Innovationen bei, von denen alle lokalen IT-Ökosysteme profitieren können.