Die französische Blutbank Établissement Français du Sang (EFS) wurde Opfer eines Cyberangriffs, bei dem Angreifer die Kontrollsysteme ihrer Kühlanlagen manipulierten. In diesen Anlagen werden Blutprodukte und Blutproben bei präziser Temperatur gelagert, eine Manipulation könnte zu Qualitätsverlust oder Kontaminationsrisiken führen.
Der Angriff unterstreicht ein wachsendes Sicherheitsproblem im Gesundheitswesen: Medizintechnische Geräte und IoT-Systeme sind häufig mit Netzwerken verbunden, aber nicht immer mit modernen Sicherheitsmechanismen ausgestattet. Kühlanlagen, Zugangskontrollsysteme und ähnliche Infrastruktur waren lange Zeit isoliert betrieben, werden nun aber zunehmend zentral verwaltet und mit IT-Systemen integriert. Dies bietet Effizienzgewinne, schafft aber neue Angriffsflächen.
Für die betroffene Blutbank bedeutete dies zunächst Handlungsunfähigkeit und Risiko für ihre Lagerbestände. Der Vorfall wurde erkannt und gemeldet, was das Kontrollsystem schnell aus dem Betrieb nahm und damit weitere Schäden verhinderte. Allerdings zeigt sich, dass Angreifer zielgerichtet kritische Infrastruktur angehen.
Für Schweizer KMU-Dienstleister im Gesundheitssektor ist dies ein Alarmsignal. Kliniken, Apotheken und medizinische Labore müssen ihre Netzwerksicherheit überprüfen, besonders für IoT- und Medizintechnik-Systeme. Ein Inventarmanagement dieser Geräte, Netzwerktrennungen zwischen kritischen und administrativen Systemen, sowie regelmässige Sicherheitsupdates und Patch-Management sind essenziell. Auch Schulung des Personals und eine Incident-Response-Planung sind wichtig, um bei künftigen Angriffen schneller reagieren zu können.
