Der französische Mobilfunkbetreiber Orange hatte am 21. Oktober mit einem erheblichen Netzausfall zu kämpfen, der Millionen von Kunden betraf. Die Ursache war schnell identifiziert: Ein Softwareupdate von Nokia, dem Hersteller der Netzwerkausrüstung, hatte das System zum Abstürzen gebracht.

Ein solches Szenario ist aus IT-Sicht eine klassische Worst-Case-Situation. Netzbetreiber sind stark von der Zuverlässigkeit ihrer Hardware und der Software, die darauf läuft, abhängig. Ein Fehler bei einem Update kann zu kaskadierenden Ausfällen führen und Millionen von Menschen von Kommunikation, Geschäftstransaktionen und Notfalldiensten abschneiden. Im Fall von Orange war es nicht nur eine kurzfristige Unannehmlichkeit, sondern ein ernstliches Problem mit potenziell erheblichen wirtschaftlichen Folgen.

Orange hat nun beschlossen, Nokia rechtlich zur Verantwortung zu ziehen und Schadensersatz zu fordern. Das ist ein Signal an die Industrie, dass schwerwiegende Fehler in kritischer Infrastruktur nicht ohne Konsequenzen bleiben. Nokia muss nun nachweisen, dass angemessene Testverfahren und Qualitätssicherungsmassnahmen vor der Veröffentlichung von Updates durchgeführt wurden.

Für Unternehmen, die von kritischen Systemen abhängig sind, ist dieses Beispiel wichtig: Es zeigt, wie bedeutsam es ist, eine klare Governance für Softwareupdates zu haben. Das sollte Testphasen, Rollback-Pläne und Kommunikationsprotokolle einschliessen. Besonders bei Updates von Systemen, die für den Geschäftsbetrieb unverzichtbar sind, sollten KMU immer wissen, wer haftet, wenn etwas schiefgeht, und wie schnell bei Problemen reagiert werden kann.