Der TÜV hat sich in der Debatte um die Regulierung künstlicher Intelligenz zu Wort gemeldet und stellt bisherige Ansätze in Frage. Während viele Tech-Unternehmen auf Selbstregulierung und freiwillige Compliance-Standards setzen, argumentiert der TÜV, dass solche Ansätze nicht ausreichen, um die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen zu gewährleisten.

Der Verband schlägt stattdessen ein mehrstufiges Modell vor, das technische Expertise mit staatlicher Verantwortung verbindet. Dies würde bedeuten, dass unabhängige, akkreditierte Stellen, ähnlich wie der TÜV selbst, KI-Systeme evaluieren und zertifizieren, aber unter einem klaren gesetzlichen Rahmen, der von Regierungen vorgegeben wird.

Diese Position spiegelt eine wachsende Erkenntnis wider, dass KI-Sicherheit zu wichtig ist, um sie vollständig dem Markt zu überlassen. Während Innovation wichtig ist, müssen Verbraucher und Organisationen darauf vertrauen können, dass KI-Systeme sichere, faire und nachvollziehbare Entscheidungen treffen.

Der Vorschlag des TÜV hat direkten Bezug zu europäischer Regulierungstätigkeit, insbesondere zum AI Act und verwandten Regelwerken, die derzeit in Kraft gehen oder noch entstehen. Für Schweizer IT-Dienstleister und KMU bedeutet dies: Die regulatorische Landschaft um KI wird sich verfestigen. Unternehmen, die jetzt bereits Sicherheits- und Transparenzstandards in ihre KI-Projekte einbauen, werden zukünftigen Anforderungen besser entsprechen und haben wettbewerbliche Vorteile. Zudem sollten KMU ihre KI-Lieferanten danach bewerten, wie transparent und zertifizierbar deren Systeme sind, dies wird ein Vertrauens- und Verkaufsargument werden.