Deutschland verstärkt seine Bemühungen, die Infrastruktur von Satellitennavigationssystemen wie GPS und Galileo vor Cyberattacken zu schützen. Die Cyberagentur des Bundes arbeitet zusammen mit der Bundeswehr und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an Technologien, um Manipulationen von Navigationssignalen zu erkennen und abzuwehren.
Der Hintergrund ist besorgniserregend. In den letzten Jahren gab es vermehrt Berichte über GPS-Störungen und gezielte Jammings, insbesondere im Kontext von Spannungen in der Ukraine und anderen geopolitisch sensiblen Regionen. Diese Störungen beeinflussen nicht nur Privatpersonen und ihre Navigationsgeräte, sondern auch kritische Infrastruktur wie Stromnetze, Finanzmarktsysteme und Logistikketten, die auf genaue Zeitkoordinierung durch GPS angewiesen sind.
Das Projekt zielt darauf ab, sowohl defensive als auch offensive Fähigkeiten zu entwickeln. Dies umfasst Systeme zur Detektion von Signalmanipulationen, resiliente Alternative zu reinen GPS-Lösungen sowie möglicherweise auch Technologien zur gezielten Beeinflussung von Signalen im Verteidigungsfall.
Für Unternehmen und kritische Infrastrukturbetreiber in der Schweiz und Europa hat dies erhebliche Bedeutung. Organisationen sollten überprüfen, inwieweit ihre Prozesse von GPS-Signalen abhängen, und wo möglich redundante Systeme etablieren. Auch die Koordinierung mit Behörden bei Sicherheitsvorfällen wird immer wichtiger. Die steigende Bedrohung unterstreicht die Notwendigkeit, dass IT-Sicherheit nicht nur ein IT-Thema ist, sondern auch auf Netzwerk- und Infrastrukturebene adressiert werden muss.
