Apple hat in seiner iPhone-Tastatur eine automatische Wortvorhersage implementiert, die bei bestimmten Kategorien von Wörtern systematisch deaktiviert wird. Dies betrifft politische Begriffe, Namen von Drogen, heikle Ausdrücke und andere als sensibel eingestufte Wörter. Wenn Nutzer diese Wörter eingeben möchten, funktioniert die Vorhersage-Hilfe schlicht nicht mehr.

Diese Funktionsweise wirft mehrere Fragen auf: Einerseits kann sie als Zensurwerkzeug verstanden werden, da Apple damit aktiv lenkt, welche Wörter Nutzer «leicht» tippen können und welche nicht. Anderseits könnte Apple argumentieren, dass dies eine Form von «Inhaltsmoderation» ist, um zu verhindern, dass Nutzer versehentlich Wörter eingeben, die sie nicht beabsichtigen.

Das Problem liegt darin, dass Apple diese Entscheidung nicht transparent macht. Nutzer sehen nicht, dass die Tastatur absichtlich bestimmte Vorschläge blockiert, sondern erkennen nur, dass die Funktion «nicht funktioniert». Dies führt zu Verwirrung und schränkt die Ausdrucksfreiheit ein, besonders für Journalisten, Aktivisten oder alle, die sachlich über politische Themen schreiben müssen.

Für Unternehmensnutzer bedeutet dies: Wenn Ihre Mitarbeitenden auf iPhones arbeiten, können Sie nicht davon ausgehen, dass die Text-Eingabe-Hilfen unabhängig und neutral funktionieren. Bei sensibler Kommunikation sollte man sich dieser Besonderheit bewusst sein. Wer in einem regulierten Umfeld arbeitet (Journalismus, Wissenschaft, Finanzsektor), sollte dies berücksichtigen und ggf. auf Alternativen ausweichen. Apple sollte diese Filterung transparent dokumentieren und Nutzern eine Option zum Deaktivieren geben.