Das Öko-Institut hat eine bemerkenswerte Studie veröffentlicht, die den Wasserbedarf von Rechenzentren in Deutschland analysiert. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Der Wasserbedarf könnte sich bis 2030 mehr als verdoppeln, hauptsächlich angetrieben durch den Bau von riesigen KI-Rechenzentren.

Rechenzentren benötigen enorme Mengen Wasser zur Kühlung ihrer Serveranlagen. Ein grosses Rechenzentrum kann täglich mehrere Millionen Liter Wasser verbrauchen, um die Hardware auf Betriebstemperatur zu halten. Mit dem rasanten Wachstum von Cloud-Computing, Künstlicher Intelligenz und der damit verbundenen Nachfrage nach massiver Rechenleistung steigt dieser Wasserbedarf exponentiell.

Deutschland hat bereits regionale Wasserknappheitsprobleme in trockenen Sommern, besonders in östlichen und zentralen Bundesländern. Ein verdoppelter Wasserbedarf durch Rechenzentren könnte diese Engpässe erheblich verschärfen, und der Konflikt zwischen Industrie und Trinkwasserversorgung würde zunehmen.

Die Studie zeigt auch, dass nicht alle Rechenzentren wasserneutral arbeiten. Während einige moderne Anlagen effiziente Kühlsysteme nutzen, gibt es noch viele, die grosse Mengen Wasser direkt entnehmen und wieder zurückgeben, was lokale Gewässer belasten kann.

Das Öko-Institut empfiehlt mehrere Massnahmen: Erstens sollte die Politik regulatorische Rahmenbedingungen schaffen, die Rechenzentren zu wassersparenderen Technologien zwingen. Zweitens sollten neue Rechenzentren verstärkt an Standorten mit ausreichend Wasserkühlung oder erneuerbarer Energieversorgung gebaut werden. Drittens sind Forschungsinvestitionen in wassersparende Kühlungstechnologien notwendig.

Für KMU-Unternehmen, die Cloud-Services oder Hosting nutzen, ist dies indirekt relevant. Sie sollten bei der Wahl von Cloud- und Hosting-Providern verstärkt auf deren Nachhaltigkeits- und Wassereffizienzmassnahmen achten. Anbieter mit wassereffizienten Rechenzentren werden an Attraktivität gewinnen, besonders wenn Regulierung kommun.

Auch politisch-regulatorisch könnte es Auswirkungen geben. Künftige Genehmigungen für neue Rechenzentren könnten an Nachhaltigkeitsauflagen gebunden sein, was Kosten und Ansiedlungspolitik beeinflusst.