Ein beunruhigender Trend zeigt sich in kritischen Infrastrukturen: In Frankreich haben Angreifer versucht, die Kühlsteuerung eines Lagers für Blutprodukte zu manipulieren. Der Angriff verdeutlicht, dass Cyberkriminelle nicht nur auf klassische IT-Systeme abzielen, sondern zunehmend auf sogenannte operationale Technologie (OT), also die technische Steuerung von Prozessen und Maschinen.

Ein Blutbank-Kühlsystem mag zunächst obscur klingen, ist aber tatsächlich kritisch für die Gesundheitsversorgung. Beschädigte Blutprodukte durch zu hohe Temperaturen könnten Leben gefährden und würden wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe bedeuten. Der Angriff zeigt ein Muster: Angreifer erkunden, welche vernetzen Systeme vorhanden sind, und suchen dann nach Schwachstellen im Berechtigungsmanagement oder der Netzwerk-Segmentierung.

Für KMU und deren IT-Dienstleister ergibt sich hier eine wichtige Lektion: Viele Kleinunternehmen haben Industrieanlagen, Lagersysteme, Heizungen oder Klimaanlagen mit Netzwerkanbindung, oft ohne ausreichende Sicherheit. Diese Systeme waren historisch nicht ans Internet angebunden und wurden daher oft vernachlässigt. Mit der zunehmenden Digitalisierung wachsen jedoch die Risiken.

Betriebe sollten sofort überprüfen, welche Steuerungs- und Überwachungssysteme mit dem Netz verbunden sind. Diese Systeme sollten von der regulären IT-Infrastruktur segmentiert werden, um sicherzustellen, dass ein Einbruch in das Büro-Netzwerk nicht automatisch auch die Produktionsmaschinen gefährdet. Zusätzlich empfiehlt sich eine starke Authentifizierung und kontinuierliche Überwachung auf verdächtige Zugriffe. IT-Dienstleister können solche Audits durchführen und gezielte Sicherheitsarchitekturen entwickeln.