Ein Amazon-Web-Services-Manager warnt in einem Gastbeitrag vor einem häufigen Denkfehler beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Geschäftskontext. Viele Unternehmen verstehen KI ausschliesslich als Kostensparinstrument und fokussieren auf Effizienzgewinne und Zeiteinsparungen. Dabei verpassen sie das eigentliche Potenzial.

Demnach ist eine Strategie, die KI nur zur Automatisierung benutzt und damit Arbeitsschritte schneller erledigen zu wollen, zu kurzsichtig. Echte Wertschöpfung entsteht erst, wenn Unternehmen ihre Geschäftsprozesse grundlegend überdenken. KI sollte nicht als Werkzeug zum schneller Machen des Bestehenden verstanden werden, sondern als Enabler für völlig neue Geschäftsmodelle und Kundenleistungen.

Konkret bedeutet das: Statt einen Dateneingabeprozess durch KI um 30 Prozent zu beschleunigen, sollten Unternehmen fragen, ob dieser Prozess überhaupt noch nötig ist oder ob er durch intelligente Automatisierung ganz obsolet werden kann. Oder noch ambitionierter: Können wir mit KI-Unterstützung völlig neue Dienstleistungen anbieten, die vorher unmöglich waren?

Für KMU bedeutet das eine Priorisierung von strategischer Planung vor Implementierung. Bevor teure KI-Projekte gestartet werden, sollten Unternehmen ihre Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle hinterfragen. Die Investition in interne Workshops zu KI-Möglichkeiten zahlt sich aus. Oft liegt der grösste Nutzen nicht in der Beschleunigung bestehender Abläufe, sondern in der Erschliessung neuer Geschäftsbereiche oder Kundengruppen.