Open-Source-Software bietet einen oft unterschätzten Vorteil: Sie schützt Unternehmen vor dem Risiko des Vendor-Lockins, also der Abhängigkeit von einem einzelnen Softwareanbieter. Ein instruktives Beispiel zeigt sich bei einer ERP-Software, die fast verlorengegangen wäre. Der Anbieter stellte den Support ein, und das Projekt stand vor dem Aus. Durch die Umwandlung in ein Open-Source-Projekt konnte eine Gemeinschaft das Projekt übernehmen und weiterpflegen.

Vendor-Lockin ist eine lautlose Bedrohung für viele Organisationen. Ein Unternehmen wählt eine proprietäre Software, investiert Zeit und Geld in Integration, schulet Mitarbeitende und baut Geschäftsprozesse darauf auf. Plötzlich erhöht der Anbieter massiv die Preise, stellt den Support ein oder wird aufgekauft und die Software wird diskontinuiert. Das Unternehmen sitzt dann fest, ohne praktikable Ausstiegsmöglichkeiten.

Open-Source löst dieses Problem auf elegante Weise: Der Quellcode ist öffentlich verfügbar, und jede Organisation kann bei Bedarf den Code übernehmen und weiterpflegen lassen. Das Risiko der Diskontinuität sinkt dramatisch. Auch wenn kein offizieller Hersteller mehr Support bietet, kann eine Gemeinschaft das Projekt fortführen. Für KMU bedeutet dies, dass Open-Source-Software oft die sicherere Langzeit-Investition ist.

Allerdings sollte Open-Source nicht als automatische Lösung aller Probleme verstanden werden. Auch Open-Source-Projekte können stagnieren oder schlecht gepflegt sein. Die Qualität hängt von der Grösse und Aktivität der unterstützenden Gemeinschaft ab. Unternehmen sollten daher aktiv beurteilen, welche Open-Source-Lösungen eine stabile Community haben und wo notwendig kommerziellen Support buchen. IT-Dienstleister können ihre Kunden dabei unterstützen, die richtigen Open-Source-Werkzeuge zu wählen und eine nachhaltige IT-Strategie aufzubauen, die nicht abhängig von einzelnen Anbietern ist.