Die deutsche Bundesnetzagentur arbeitet daran, 5G-Basisstationen formal als kritische Infrastruktur einzustufen. Dies hätte weitreichende Konsequenzen für Mobilfunknetzbetreiber und Ausrüstungshersteller. Konkret würde diese Klassifizierung den Ausschluss von Herstellern ermöglichen, die als Sicherheitsrisiko gelten.

Im Visier sind insbesondere die chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE. Sicherheitsbehörden und Geheimdienste mehrerer westlicher Länder argumentieren, dass diese Hersteller enge Verflechtungen mit der chinesischen Regierung haben und möglicherweise Hintertüren in ihre Ausrüstungen einbauen könnten. Damit würde eine ausländische Macht potenziell Zugriff auf kritische Telekommunikations-Infrastruktur erhalten.

Die Einstufung als kritische Infrastruktur bedeutet nicht automatisch ein Verbot, schafft aber die rechtliche Grundlage dafür. Deutsche und europäische Mobilfunkbetreiber hätten dann strengere Anforderungen zu erfüllen: Sicherheitszertifizierungen, regelmässige Audits, Begrenzer für den Einsatz von Herstellern, die als Risiko eingestuft werden.

Für deutsche Unternehmen, insbesondere Telekommunikationsfirmen und Betreiber von Infrastruktur, hat dies Auswirkungen auf Beschaffungsplanung und Netzausbau. Die Einschränkung der Herstellervielfalt könnte auf Dauer zu höheren Kosten und weniger Auswahlmöglichkeiten führen, könnte aber auch die Cyberabwehrfähigkeit stärken. EU-weit zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab, was langfristig zu einheitlicheren Standards führen dürfte.