Texas, lange ein Bundesstaat, der sich als tech-freundlich und regulierungsarm positioniert hat, signalisiert eine Kehrtwende in der Energiepolitik. Die künftige Gouverneurin Gina Hinojosa kündigte an, den Ausbau von KI-Rechenzentren einzufrieren, bis neue Schutzgesetze etabliert sind.

Der Grund für diese Massnahme liegt in den Auswirkungen solcher Rechenzentren auf die lokale Bevölkerung und Infrastruktur. KI-Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Wasser und Strom. In einem Bundesstaat wie Texas, wo Wasserknappheit und Stromausfälle bereits ein Problem sind, führt dies zu Konflikten zwischen Tech-Industrie und Gemeinden. Bürger fordern daher stärkere Regulierung.

Dies ist ein Wendepunkt. Lange Zeit waren Rechenzentren-Standorte Objekte des Wettbewerbs zwischen Staaten und Ländern, die sich mit Steuervergünstigungen gegenseitig die Projekte abspenstig machten. Doch jetzt sehen Regionen die Kosten und Risiken und reagieren mit Pausen oder strengeren Standards. Das Signal ist klar: Tech-Infrastruktur wird nicht mehr widerspruchslos akzeptiert.

Für europäische und Schweizer Unternehmen hat dies indirekte Auswirkungen. Wenn die USA den Ausbau drosseln, könnte Kapazität knapper werden, was Preise treibt. Gleichzeitig werden solche Diskussionen auch in der EU und in der Schweiz an Kraft gewinnen. IT-Dienstleister sollten ihre Kunden darauf vorbereiten, dass Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in Cloud-Verträgen zunehmend wichtig werden und dass regionale Verfügbarkeit von Rechenzentrumskapazität nicht selbstverständlich bleibt.