Daten auf Reisen schützen ist ein wichtiges Thema. Viele Geschäftsleute und Entwicklerinnen arbeiten mobil und müssen vertrauliche Dateien auf USB-Sticks speichern. Um diese zu schützen, gibt es verschlüsselte USB-Laufwerke mit verschiedenen Sicherheitsmassnahmen.

Lenovo brachte vor kurzer Zeit einen USB-Stick auf den Markt, der mit Fingerabdrucksensor ausgestattet ist. Die Verpackung und Beschreibung warben mit AES-256-Verschlüsselung. Das ist eine starke Verschlüsselung, die zum Standard in der IT-Sicherheit gehört. Nutzer erwarteten daher einen zuverlässig geschützten Speicher für sensible Daten.

Eine detaillierte Sicherheitsanalyse zeigte jedoch ein erhebliches Problem: Die Verschlüsselung funktioniert in Wirklichkeit nicht wie versprochen. Das bedeutet, dass Daten auf dem Stick möglicherweise nicht oder nur unzureichend geschützt sind. Ein Angreifer könnte möglicherweise auf die Daten zugreifen, ohne das Gerät freizuschalten.

Der Fingerabdrucksensor hat auch ein Problem: Er schützt zwar vor unbefugtem physischen Zugriff, aber wenn jemand den USB-Stick an einen Computer anschliesst, sind die Daten möglicherweise trotzdem lesbar, wenn die Verschlüsselung nicht funktioniert.

Das ist ein klassisches Fall von «Security Theater», Sicherheitsmassnahmen, die den Anschein erwecken, schützen aber nicht. Für Verbraucher ist das ärgerlich und enttäuschend. Für Unternehmen, die diese Sticks verwenden, könnte es ein Risiko darstellen.

Lenovo sollte reagieren und entweder den Fehler beheben oder klarer kommunizieren, dass die beworbenen Funktionen nicht funktionieren. Kunden, die solche Sticks für sensible Daten verwenden, sollten umgehend prüfen, ob sie ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Für KMU ist dies ein wichtiges Lernpunkte: Nicht allen Marketing-Versprechungen trauen. Sicherheitsprodukte sollten von unabhängigen Experten überprüft werden, bevor sie für geschäftskritische Aufgaben eingesetzt werden.