Künstliche Intelligenz verändert die Softwareentwicklung. Tools wie GitHub Copilot und andere KI-Assistenten können Code schreiben, Fehler finden und Entwicklerinnen und Entwickler bei ihren Aufgaben unterstützen. Doch was ist die praktische Realität im Einsatz?

Mehrere IT-Manager grosser Unternehmen teilen ihre Erfahrungen. Das Bild ist differenziert: Einerseits berichten sie von echten Produktivitätsgewinnen. Entwicklerinnen können schneller arbeiten, wenn KI ihnen Boilerplate-Code generiert oder Fehler vorschlägt. Das spart Zeit bei repetitiven Aufgaben und ermöglicht es, sich auf komplexere Probleme zu konzentrieren.

Andererseits entstehen neue Kosten. KI-Tools sind oft Abo-Dienste, die monatlich bezahlt werden. Für Teams mit vielen Entwicklerinnen summiert sich das. Hinzu kommt der Aufwand für Training und Integration in bestehende Workflows.

Ein wichtiges Thema sind Risiken. KI-generierter Code muss überprüft werden. Es gibt Fälle, in denen KI-Tools Code generieren, der zwar syntaktisch korrekt ist, aber logische Fehler enthält oder Sicherheitslücken aufweist. Auch urheberrechtliche Fragen entstehen: Wenn KI mit Code trainiert wird, der unter bestimmten Lizenzen steht, können rechtliche Probleme entstehen.

Die Manager berichten auch von organisatorischen Veränderungen. Die Rolle des Entwicklers ändert sich. Weniger Zeit für Code-Schreiben, mehr Zeit für Design, Testing und Architektur. Das ist grundsätzlich positiv, erfordert aber Anpassungen in der Personalplanung.

Ein Konsens scheint zu entstehen: KI ist ein Werkzeug, das Wert bringt, aber nicht unkritisch eingesetzt werden sollte. Klare Richtlinien, regelmässige Code-Reviews und Verständnis für Stärken und Schwächen der Tools sind essentiell.

Für KMU-Entwickler ist dies relevant: Wenn man KI-Tools nutzen möchte, sollte man die Chancen und Risiken kennen. Kleine Teams können von der Produktivitätssteigerung profitieren, müssen aber sicherstellen, dass qualitätssichernde Massnahmen nicht vernachlässigt werden.