Die Federal Aviation Administration (FAA), die US-Luftfahrtbehörde, hat mit einer Grossmodernisierung ihrer IT-Infrastruktur begonnen. Ziel ist es, veraltete Systeme bis 2028 vollständig aus dem Verkehr zu ziehen, darunter auch Disketten-basierte Datenträger, die teilweise noch in kritischen Luftfahrtsystemen verwendet werden.
Dass die FAA noch 2026 teilweise auf Disketten-Technologie angewiesen ist, mag überraschend wirken. Tatsächlich ist dies aber nicht ungewöhnlich für extrem kritische, regulierte Branchen wie die Luftfahrt. Disketten, vor allem wenn sie isoliert genutzt werden, gelten als hochsicher, weil es keine Netzwerkverbindungen gibt und damit kein Risiko für Cyberangriffe. Allerdings sind Disketten auch anfällig für physische Beschädigungen und obsolete Hardware ist schwer zu ersetzen.
Die Modernisierung soll diese Systeme durch moderne, dennoch sichere Alternativen ersetzen. Das ist eine typische Herausforderung bei der IT-Sanierung in hochregulierten Industrien: Man kann nicht einfach alle Systeme neu schreiben, sondern muss Sicherheit, Zuverlässigkeit und Compliance sicherstellen und parallel auch noch den Betrieb aufrechthalten.
Für IT-Dienstleister, die mit kritischen Infrastrukturen arbeiten (Energie, Gesundheit, Verkehr), ist dies ein wichtiges Lehrstück. Modernisierungsprojekte dauern lange, kosten viel und erfordern strikte Planung. Auch im privaten Sektor gibt es noch viele Legacy-Systeme, die modernisiert werden müssen, ohne den Betrieb zu unterbrechen. Die FAA zeigt, dass solche Projekte einen Mehrjahres-Zeithorizont benötigen und dass Übergangsphasen, in denen beide Systeme parallel laufen, oft unvermeidlich sind.
