Die Technische Universität München ist Ziel eines Cyberangriffs geworden, der erhebliche Mengen an persönlichen Daten gefährdet. Nach Ermittlungen drangen Angreifer über ein Altsystem in die IT-Infrastruktur der renommierten Hochschule ein und könnten Informationen von etwa 60.000 Personen erbeutet haben.
Das betroffene System war ein Legacy-System, das bereits nicht mehr aktiv im Produktivbetrieb stand, aber offensichtlich noch mit dem Netzwerk verbunden war. Dies verdeutlicht ein häufiges Sicherheitsrisiko in Organisationen: Alte Systeme werden oft nicht richtig abgebaut oder isoliert und bieten Angreifern Einstiegspunkte in das Netzwerk. Die Universität hat bereits reagiert und das System vom Netzwerk getrennt, die Ermittlungen durch spezialisierte Sicherheitsexperten laufen.
Betroffene Personen sind vermutlich Studierende, Mitarbeitende und eventuell auch externe Kooperationspartner, deren Daten in Universitätssystemen gespeichert waren. Dies kann Adressdaten, möglicherweise auch Studienunterlagen oder Forschungsinformationen umfassen.
Der Vorfall hat Bedeutung für alle Organisationen, nicht nur Hochschulen. Er zeigt, dass ein umfassendes IT-Lebenszyklusmanagement essentiell ist. Auch alte und stillgelegte Systeme müssen ordnungsgemäss aus dem Netz entfernt werden und dürfen nicht in Sicherheitsaktualisierungen vernachlässigt werden, solange sie noch verbunden sind. Für KMU bedeutet dies, dass regelmässige Netzwerk-Audits und eine Dokumentation aller verbundenen Geräte und Systeme nicht optional, sondern notwendig sind, um die IT-Sicherheit zu gewährleisten.
