Nach einem Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig suchen Generalbundesanwalt und Bundeskriminalamt nach einem unbekannten Täter, nutzen dabei aber ein ungewöhnliches Fahndungsmittel: ein von KI generiertes Gesicht. Diese Entwicklung zeigt, wie künstliche Intelligenz in der modernen Strafverfolgung Einzug hält, mit allen damit verbundenen Chancen und Risiken.
KI-generierte Gesichtsbilder entstehen durch Algorithmen, die Millionen realer Fotos analysiert haben. Sie können beim Ermitteln helfen, wenn eine genaue Beschreibung des Verdächtigen fehlt oder nur Hinweise aus Überwachungskameras vorliegen, die nicht ausreichend klar sind. Ein solches Bild kann dazu führen, dass Zeugen sich melden und konkrete Hinweise liefern. Gleichzeitig birgt die Methode Risiken: Das Bild ist nicht real, kann aber psychologisch wirken und Fehlidentifizierungen auslösen.
Für Datenschutz und Rechtsstaatlichkeit sind solche Einsätze umstritten. Kritiker argumentieren, dass KI-generierte Fahndungsbilder die Grenze zwischen Ermittlung und Manipulation verwischen, zumal die Öffentlichkeit nicht immer weiss, dass es sich um ein synthetisches Bild handelt. Befürworter hingegen sehen darin ein modernes Werkzeug, das die Chancen auf eine Lösung erhöht.
Auch Unternehmen sollten sich dieser Entwicklung bewusst sein. Deepfakes und KI-generierte Inhalte werden zunehmend zur Bedrohung: gefälschte CEO-Videos für Betrugszwecke, manipulierte Audios in Phishing-Attacken oder täuschend echte Kommunikationen von vermeintlichen Geschäftspartnern. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt Organisationen, ihre Mitarbeitenden zu schulen, um solche Betrugsversuche zu erkennen und kritisch zu hinterfragen, ob Videoanrufe oder Dateien echt sind.
