Die Baugesellschaft des Brenner-Basistunnels ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Unbekannte Täter drangen in Systeme ein, die aus dem Internet erreichbar waren, und erbeuteten sensible Daten des Infrastruktur-Megaprojekts. Der Vorfall zeigt ein klassisches Sicherheitsrisiko: Systeme, die nicht für den öffentlichen Zugriff vorgesehen sind, werden versehentlich oder durch mangelnde Konfiguration für das Internet erreichbar.

Solche Fehlkonfigurationen entstehen oft schleichend. Ein Administrator richtet einen Server auf, testet ihn temporär mit offenen Ports, vergisst dann aber, diese wieder zu schliessen. Oder ein System wird von mehreren Abteilungen genutzt, niemand ist sich der Verantwortung bewusst. Moderne Scanning-Tools ermöglichen es Angreifern, Millionen von Geräten automatisiert auf solche offenen Ports zu prüfen.

Für Unternehmen aller Grössen, insbesondere solche mit wertvollen oder regulierten Daten, ist das Erkennen dieser Fehlkonfigurationen ein wesentlicher Sicherheits-Check. Empfohlen wird ein regelmässiger Scan der eigenen Internet-Sichtbarkeit: Welche Dienste sind von aussen erreichbar? Sind dies die richtigen? Manche Tools ermöglichen diesen Check selbst durchzuführen, andere beauftragen externe Sicherheits-Audits.

Der Brenner-Basistunnel ist ein Grossprojekt, bei dem viele Unternehmen und Behörden beteiligt sind. Ein derartiger Angriff kann nicht nur finanzielle Verluste bedeuten, sondern auch Projektverzögerungen und Reputationsschäden. Die Lektion für KMU lautet: Inventarisieren Sie regelmässig, welche Ihrer Systeme das Internet erreichen kann, und dokumentieren Sie bewusst, warum das so ist. Alles andere sollte abgeschirmt sein.