In mehreren europäischen Ländern haben Unbekannte Kühlsysteme in Supermärken sabotiert. Die Angreifer nutzten Schwachstellen in Fernwartungszugängen aus, um sich Zugriff auf die Steuerung zu verschaffen. Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst sind mittlerweile in die Ermittlungen eingestochen.
Der Angriff verdeutlicht ein weit verbreitetes Sicherheitsrisiko in der Industrie: Viele Unternehmen verfügen über Fernwartungszugänge zu kritischen Systemen, ohne diese ausreichend zu schützen. Remote-Ports werden oft mit einfachen oder standardisierten Passwörtern konfiguriert, sind für das Internet erreichbar oder verfügen über bekannte Schwachstellen.
Für KMU-Betriebe mit eigenen Anlagen oder Maschinen ist dies eine wichtige Lektion: Alle Fernwartungszugänge sollten umgehend überprüft und abgesichert werden. Dazu gehört die Vergabe starker Passwörter, die Aktivierung von Multi-Faktor-Authentisierung und die Nutzung von VPNs statt direkter Internetanbindung. Firmware-Updates für betroffene Geräte sollten zügig eingespielt werden. Sicherheitsfachleute empfehlen ausserdem, den Zugang auf notwendige Personen und Zeiten zu beschränken und alle Zugriffsversuche zu protokollieren.
Die Vorfälle zeigen, dass nicht nur klassische IT-Infrastrukturen im Visier von Angreifern stehen, sondern auch spezialisierte Industriesteuerungssysteme. Eine gut durchdachte Netzwerk-Segmentierung trägt dazu bei, dass Angreifer über einen kompromittierten Fernwartungszugang nicht unmittelbar in das gesamte Unternehmens-Netzwerk eindringen können.
