Die Europäische Kommission hat ihre Forderungen an TikTok und den Betreiber ByteDance eskaliert. Das Unternehmen soll massive Änderungen an seinen algorithmischen Empfehlungssystemen durchführen, um die Einhaltung des Digital Services Act (DSA) zu gewährleisten.

Der Digital Services Act ist das EU-Regelwerk für grosse Online-Plattformen. Er verbietet manipulative Praktiken, fordert Transparenz und setzt Grenzen für automatisierte Inhaltsempfehlungen. TikTok wurde mehrfach aufgefordert, seine Algorithmen transparenter zu gestalten und die Nutzer besser vor potenziell schädlichen Inhalten zu schützen.

Die Kommission wirft TikTok vor, dass die Plattform Inhalte auf Basis von Nutzerengagement bewirbt, ohne ausreichend zu berücksichtigen, ob dies schädlich ist. Besonders Jugendliche könnten durch manipulative Algorithmen gefährdet werden, die beispielsweise Essstörungen, Selbstverletzung oder andere Probleme fördern.

TikTok muss nun reagieren oder mit drakonischen Strafen und möglicherweise einem Verbot rechnen. Das Unternehmen kündigte bereits an, sich an EU-Regulierungen anzupassen, doch die Investitionen sind erheblich. Gleichzeitig dienen diese Regulierungen als Vorbild für andere Gerichtsbarkeiten.

Für Schweizer Unternehmen und KMU ist dies ein Signal: Die Regulierung von Tech-Plattformen wird strenger. Wenn Sie selbst Empfehlungsalgorithmen einsetzen oder Nutzerdaten verarbeiten, sollten Sie Ihre Praktiken überprüfen. Dokumentieren Sie, wie und warum Sie Nutzer-Inhalte personalisieren. Bieten Sie Optionen zur Kontrolle und Transparenz. Dies wird zum Standard und später möglicherweise zur gesetzlichen Anforderung auch in der Schweiz.