Milliardeninvestitionen in Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur verlagern sich von den USA nach Europa. Grund sind Widerstände von Bürgern gegen neue Rechenzentren in amerikanischen Bundesstaaten sowie regulatorische Hürden.
In den USA entstehen neue Rechenzentren immer häufiger auf öffentlichem Widerstand. Anwohner befürchten Umweltbelastungen, Wasserverbrauch und steigende Energiepreise. Einige Bundesstaaten haben daher Genehmigungen verweigert oder verzögert. Tech-Konzerne wie Google, Meta und Microsoft suchen daher verstärkt nach Alternativen in Europa.
Europa, insbesondere die skandinavischen Länder und das Vereinigte Königreich, wirbt aktiv um diese Investitionen. Diese Länder bieten Regelwerk, günstige Flächenverfügbarkeit und ein Energieangebot, das zumindest teilweise aus erneuerbaren Quellen stammt.
Jedoch zeigt sich auch hier ein zentrales Problem: Stromkapazität. Rechenzentren für KI-Training und -Betrieb verschlingen enorme Mengen an Elektrizität. Die europäischen Netze sind teilweise schon jetzt angespannt. Es ist unklar, ob Europa genug Strom bereitstellen kann, ohne klassische Energieträger hochzufahren oder Versorgungssicherheit zu gefährden.
Für europäische Wirtschaft und Schweizer KMU ist dies positiv, da lokale KI-Infrastruktur Innovationen begünstigt und Daten näher bei den Nutzern bleiben. Dies verbessert Latenz und Datenschutz. Gleichzeitig müssen Regierungen Energieinfrastruktur ausbauen. Als KMU sollten Sie diese Entwicklung beobachten: Lokal verfügbare KI-Services werden in den nächsten Jahren kostengünstiger und performanter. Planen Sie Ihre KI-Strategie mit dieser Perspektive ein.
