Die Zertifizierungsstelle Digicert hat eine bedeutende Sicherheitspanne bestätigt. Bei der Migration eines internen IT-Systems gelang es einem Angreifer, auf sensible Kundendaten zuzugreifen. Betroffen sind neben Geschäftsinformationen auch digitale Ausweisdokumente und andere vertrauliche Unterlagen von Kunden weltweit.

Digicert ist ein weltweit anerkannter Anbieter von digitalen Zertifikaten und SSL/TLS-Sicherheitslösungen. Das Unternehmen bescheinigt Tausenden von Organisationen die Authentizität ihrer Online-Dienste. Eine Kompromittierung der internen Systeme und Kundendaten ist daher nicht nur für einzelne Kunden besorgniserregend, sondern kann auch das Vertrauen in die gesamte Zertifizierungsinfrastruktur berühren.

Nach Angaben von Digicert entdeckte man die unbefugte Aktivität unmittelbar nach dem Systemumzug. Während der Migration waren offenbar Sicherheitsmechanismen temporär herabgesetzt oder nicht vollständig wirksam. Der Angreifer nutzte dieses Zeitfenster und baute sich Zugang zu einem internen System, das sensible Kundendaten enthielt. Die genaue Menge der kompromittierten Datensätze ist noch nicht vollständig beziffert.

Für betroffene Kunden bedeutet dies, dass persönliche Daten und möglicherweise Identitätsnachweisinformationen in die falschen Hände gelangt sind. Digicert hat Benachrichtigungen eingeleitet und arbeitet mit Behörden und Sicherheitsexperten zusammen.

Für KMU-Organisationen, die Digicert-Zertifikate nutzen, empfiehlt sich eine Überprüfung der eigenen Zertifikatverwaltung und eine Kontrolle auf anomale Aktivitäten im Zusammenhang mit SSL/TLS-Zertifikaten. Unternehmen sollten prüfen, ob zusätzliche Zertifikate ausgestellt wurden oder ob verdächtige Anfragen zur Zertifikatsverwaltung erfolgt sind. Falls relevant, sollten betroffene Zertifikate neu ausgestellt werden. Dies ist ein Beispiel dafür, warum auch bei vertrauenswürdigen Partnern regelmässige Sicherheitsüberprüfungen notwendig sind.