Eine kritische Sicherheitslücke in OpenSSH (CVE-2024-6387) erlaubt Angreifern, sich Zugriff auf Linux-Systeme zu verschaffen, indem sie extrem lange Passwörter eingeben. In einigen Fällen ermöglicht die Schwachstelle sogar Root-Zugriff. Die Lücke betrifft Systeme mit einer bestimmten Konfiguration oder älteren Glibc-Versionen besonders stark.
Das Problem liegt im Passwortprüfmechanismus von OpenSSH. Wenn ein Angreifer eine ungewöhnlich lange Eingabe sendet, kann dies zu einer Fehlerbehandlung führen, die falsche Authentifizierungsergebnisse produziert. Sicherheitsexperten berichten, dass die Lücke bereits aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt wird.
Das Kernproblem tritt auf, wenn OpenSSH auf Systemen mit bestimmten Linux-Distributionen läuft. Die Sicherheitsforscher haben bestätigt, dass eine kritische Signalbehandlung zum Race Condition führt, die unter Druck missbraucht werden kann. Dies ist besonders tückisch, weil SSH oft von aussen erreichbar ist.
Die Abhilfe ist klar: Linux-Administratoren sollten OpenSSH sofort auf mindestens Version 10.6p1 oder eine neuere Sicherheits-Patch-Version aktualisieren. Distributionen wie Ubuntu, Debian und Red Hat stellen bereits Patches bereit. Parallel sollten Systemverantwortliche prüfen, ob verdächtige SSH-Verbindungsversuche in den Logs vorhanden sind, um mögliche Kompromittierungen zu erkennen.
Für KMU-IT-Abteilungen ist dies ein Einsatzfall für sofortige Patch-Verwaltung. Alle Server, auf denen SSH läuft, sollten inventarisiert und aktualisiert werden. Dies gilt insbesondere für Remote-Verwaltungszugänge und Cloud-Instanzen, die über das Netzwerk erreichbar sind. Wer die Aktualisierung nicht sofort durchführen kann, sollte den SSH-Port durch Firewallregeln einschränken und nur für vertrauenswürdige IP-Adressen freigeben.
