Die Bundesländer Bayern und Schleswig-Holstein haben eine Kooperation zur Förderung digitaler Souveränität in der öffentlichen Verwaltung gestartet. Ziel ist es, die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud- und Software-Konzernen zu reduzieren und Verwaltungs-IT auf europäischen Technologien aufzubauen.

Digitale Souveränität bedeutet, dass öffentliche Institutionen ihre Daten und Prozesse selbst kontrollieren können, ohne extern abhängig zu sein. Dies umfasst Open-Source-Software, europäische Cloud-Infrastruktur und Verschlüsselung, die es Dritten nicht ermöglicht, auf Behördendaten zuzugreifen.

Bayern und Schleswig-Holstein wollen gemeinsam Open-Source-Lösungen für typische Verwaltungsaufgaben entwickeln oder adaptieren. Dies kostet zwar zunächst mehr Ressourcen als der Kauf proprietärer Software, führt aber langfristig zu Unabhängigkeit, Kosteneffizienz und besserer Datensicherheit.

Diese Initiative ist Teil einer europäischen Bewegung. Länder wie Frankreich und Schweden haben ähnliche Strategien umgesetzt. Die Initiative Gaia-X zielt darauf ab, eine europäische Cloud-Infrastruktur als Alternative zu US-Hyperscalern zu schaffen.

Für Schweizer KMU ist dies relevant, weil europäische Verwaltungs-IT-Standards auch die private Wirtschaft beeinflussen. Wenn Behörden auf Open-Source-Software und europäische Cloud-Anbieter setzen, entstehen lokale Ökosysteme und Kompetenzpools. KMU können von diesen lokalen Angeboten profitieren und sind weniger abhängig von US-Tech-Konzernen. Achten Sie bei eigenen Technologiewahlen darauf, wie sehr Sie von einem Single Vendor abhängig sind. Open-Source und europäische Alternativen sind oft wettbewerbsfähiger geworden.