Bayern und Schleswig-Holstein haben eine Kooperation zur Stärkung der digitalen Souveränität angekündigt. Sie wollen ihre Abhängigkeit von Microsoft und anderen US-Konzernen reduzieren und setzen dabei auf quelloffene sowie interoperable IT-Lösungen statt proprietärer Systeme.

Das Ziel ist ehrgeiziq: Beide Bundesländer wollen vermeiden, dass ihre öffentliche IT-Infrastruktur von einzelnen Anbietern abhängig wird. Bislang hat Microsoft mit Produkten wie Windows, Microsoft 365 und Office in Behörden eine marktbeherrschende Stellung. Diese Abhängigkeit führt nicht nur zu hohen Lizenzkosten, sondern auch zu Sicherheits- und Kontrollrisiken, da kritische Systeme von externen Unternehmen abhängen.

Die Länder planen, verstärkt auf Linux-basierte Systeme, Open-Source-Software sowie europäische und föderale IT-Lösungen zu setzen. Dies ist Teil eines grösseren Trends in Europa, die sogenannte Digitale Souveränität zu erhöhen und nicht nur technologisch, sondern auch strategisch unabhängiger zu werden.

Für Schweizer IT-Dienstleister ist diese Entwicklung interessant, weil sie zeigt, dass der Markt für Alternative zu grossen US-Tech-Anbietern wächst. Agenturen und Dienstleister, die Open-Source-Expertise haben oder sich in Linux, Nextcloud oder vergleichbaren Lösungen auskennen, könnten ihre Dienstleistungen verstärkt in diese Richtung ausrichten. Gleichzeitig wird es wichtiger, Kunden bei der Migration und dem Management von Multi-Vendor-Umgebungen zu unterstützen, da Interoperabilität eine Schlüsselrolle spielt.

Das Signal aus Deutschland ist klar: Offene Standards und die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern werden zum Wettbewerbsfaktor. IT-Dienstleister sollten ihre Portfolios entsprechend aufstellen.