Die NASA-Mission Artemis 2 brachte eine überraschende Entdeckung: Der Start der riesigen SLS-Trägerrakete veränderte die Konzentration von Elektronen in der Ionosphäre der Erde. Die Ionosphäre ist eine Schicht der Atmosphäre, etwa 80 bis 400 Kilometer über der Erde, wo die Sonne Atome ionisiert. Diese Schicht ist entscheidend für die Ausbreitung von Radiowellen und hat grosse Auswirkungen auf GPS-Signale.

Das Problem: Der Raketenstart erzeugte eine plötzliche Veränderung der Elektronendichte. Dies führte zu GPS-Fehlern über weiten Gebieten, die länger andauerten als theoretisch vorhergesagt. GPS-basierte Navigation ist heute kritisch für viele Systeme, von Flugverkehr über Stromnetze bis zu Finanz-Transaktionen. Eine GPS-Störung dieser Grösse war ungewöhnlich.

Wissenschaftler vermuten, dass die Raketentriebwerke ionisiertes Gas in die Ionosphäre eintrugen, das dort mit den vorhandenen Elektronen wechselwirkte. Dies ist nicht vollständig unerwartet, aber das Ausmass war grösser als frühere Modelle vorhersagten. Für zukünftige Artemis-Missionen müssen diese Effekte berücksichtigt werden.

Für IT- und Infrastruktur-Dienstleister ist dies ein Hinweis darauf, dass es noch Lücken in unserem Verständnis von weltraum- und atmosphärischen Phänomenen gibt, die Auswirkungen auf Dienste auf der Erde haben. GPS-Redundanz ist deshalb weiterhin wichtig. Systeme, die kritisch auf GPS-Signale angewiesen sind, sollten alternative Navigationsmittel haben oder mit kurzzeitigen Ausfällen umgehen können. Dies ist besonders relevant in Zeiten, in denen immer mehr kommerzielle Raumfahrtaktivität stattfindet, die ähnliche Effekte haben könnte.